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Edito

Die SRG: weit mehr als eine Frage der Abgabe

j:mag ist ein unabhängiges Medium, das keine öffentlichen Subventionen erhält. Wir setzen uns für die Vielfalt der Meinungs- und Ausdrucksräume ein und erkennen die Bedeutung des Service public an, der eine qualitativ hochwertige, geprüfte und vertiefte Information gewährleistet – insbesondere durch aufwendige Recherchen. Dieser Service public unterliegt strengen journalistischen Standards, erfüllt zentrale gesellschaftliche Aufgaben und bietet zudem ein ambitioniertes und für alle Bürger:innen zugängliches Programm in den Bereichen Kultur und Sport.

© SRG SSR

Anlässlich der Tragödie von Crans-Montana am 1. Januar 2026 hat die SRG eindrücklich gezeigt, wie wichtig ein Journalismus ist, der frei von den Zwängen der unmittelbaren Aktualität bleibt und professionelle Sorgfalt mit dem Respekt gegenüber den Betroffenen, ihren Angehörigen und allen involvierten Parteien verbindet. Diese vorbildliche mediale Berichterstattung hat die zentrale Rolle eines verantwortungsvollen und unabhängigen Service public deutlich gemacht.

Die SRG, bestehend aus RTS, SRF, RSI, RTR und Swissinfo, ist eine der tragenden Säulen des nationalen Zusammenhalts. Ihre Radio- und Fernsehprogramme informieren die Bevölkerung in den vier Landessprachen. Eine Kürzung ihres Budgets um 50 % würde das Ende eines unabhängigen und pluralistischen Medienangebots in allen Sprachregionen bedeuten – mit besonders gravierenden Folgen für die Romandie, die italienisch- und rätoromanischsprachige Schweiz. Der zu kleine und fragmentierte Schweizer Medienmarkt wäre nicht in der Lage, diesen Verlust aufzufangen, da es privaten Akteur:innen an finanziellen Mitteln und ausreichender Infrastruktur fehlt. Swissinfo, das sich auch an die sogenannte „Fünfte Schweiz“ richtet und bereits Budgetkürzungen hinnehmen musste, wäre schlicht vom Verschwinden bedroht.

Die der SRG entzogenen Mittel würden den gesamten Schweizer Medienstandort schwächen. Die Initiative sieht vor, dem nationalen Mediensystem ohne überzeugende Begründung rund 800 Millionen Franken zu entziehen. Diese Ressourcen sind jedoch unerlässlich, um die ohnehin geschwächte regionale Medienvielfalt zu erhalten. Tatsächlich würde diese Initiative vor allem ausländischen Sendern und grossen digitalen Plattformen zugutekommen, die mehrheitlich aus den USA stammen. Genau aus diesem Grund lehnt auch der Verband Schweizer Medien (VSM), der die privaten Schweizer Medien vertritt, die Initiative ab.

Die durch die Initiative auferlegten finanziellen Zwänge würden die SRG zu massiven Angebotskürzungen zwingen: eine deutliche Reduktion unabhängiger und vielfältiger Information, das nahezu vollständige Verschwinden lokaler Produktionen (insbesondere Schweizer Serien), eine Verarmung der Sportberichterstattung sowie die Verlagerung zahlreicher Übertragungen ins Pay-TV.

Vor diesem Hintergrund unterstützt j:mag die Kampagne gegen die Volksinitiative «200 Franken sind genug!», über die die Bürger:innen am 8. März 2026 abstimmen werden. Über die finanzielle Frage hinaus geht es um unsere mediale Souveränität und den nationalen Zusammenhalt.

Malik Berkati

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