Darkroom – Tödliche Tröpfen von Rosa von Praunheim: ein faszinierendes Kinoerlebnis!

Wie selten – und umso erfreulicher – ist es, dass ein überaus produktiver Künstler, der viele Richtungen und Ausdrucksmedien erforscht hat, es nach 50 Jahren Karriere noch immer schafft, zu überraschen und vor allem eine auf den ersten Blick erkennbare Filmsprache zu finden! So ergeht es von Praunheim, einem Veteranen des deutschen Underground-Kinos, Vorreiter und führender Vertreter der Literatur und des militanten Kinos LGBTQ+.
Diese Entwicklung begann mit seinem Film Härte (2015), einem hybriden Doku-Drama über das Leben von Andreas Marquardt, dem deutschen Karate-Weltmeister, der von seiner Mutter sexuell missbraucht und von seinem Vater misshandelt wurde, und dann im Gefängnis gesessen hat, bevor er seinen Weg fand.
In seinem neuen Film Darkroom verfolgt der Regisseur diese Suche nach diskursiver Dekonstruktion in einer klinischen Inszenierung, was die Fakten betrifft, während er die Zuschauer in den inneren Wirren der Protagonisten – ohne sie jedoch an seiner Stelle zu interpretieren – in Szenen taucht, die eher die Welt der Träume berühren.
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