Weapons – Die Stunde des Verschwindens — Was geschah mit den 17 verschwundenen Kindern?
Die Geschichte basiert auf wahren Gegebenheiten. Dies wird zumindest von der Erzählstimme am Anfang behauptet. Und wurde nur verschwiegen, weil es zu unglaublich scheint. Ob nun echt oder erfunden, was wahrscheinlicher scheint, spannend und gruselig wird es im nun folgenden Film.
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Alles geht seinen geregelten Gang in der Maybrook Elementary School der Kleinstadt. Bis 17 Schüler verschwinden. Genau um 2 Uhr 17 in der Nacht verlassen die Kinder ihre Häuser und Familien und rennen in die Nacht. Nur der Schüler Alex (Cary Christopher) ist als einziger Schüler übrig geblieben. Aber er schweigt und sagt nur, dass er von nichts weiss. Und gerade ist seine Tante Gladys Lilly (Amy Madigan) bei seiner Familie eingezogen. Eine Schuldige ist schnell gefunden: die Lehrerin Justine Gandy (Julia Garner). Schliesslich sind alle Kinder aus ihrer Klasse verschwunden. Sie erhält Drohungen und ihr Auto wird mit dem Wort Witch (Hexe) beschmiert. Als sie Alex befragen will, sind dessen Fenster im Haus mit Zeitungen verklebt und sie sieht Alex’ Eltern durch einen Spalt regungslos auf dem Sofa sitzen. Doch der Schuldirektor (Benedict Wong) glaubt ihr nicht. Besonders unangenehm ist einer der Väter, Mr. Graff (Josh Brolin). Das ändert sich erst, als der Direktor Justine wie im Rausch umbringen will, und er sie rettet. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel zu lösen und die Kinder zu finden.
Erzählt wird der Film in Kapiteln, alle jeweils mit einem Namen betitelt und immer in derselben Zeitspanne spielend. Das ergibt ein Gesamtbild aus vielen Mosaiksteinchen. Regisseur Zach Cregger, der nach diversen Fernsehfilmen und Serienfolgen mit Barbarian 2022 sein furioses (Horror)- Filmdebüt gab, legt hier einen überraschend verschachtelten Film vor, der mit vielen bekannten Horrorversatzstücken arbeitet. Schon die Länge von 2 Stunden 8 Minuten ist für einen normalen Horrorfilm recht lang. Am Anfang erinnert der Film an das Märchen vom Rattenfänger von Hameln, aber anders als im Märchen geht es hier nicht um eine Rache. Neben der Gruselgeschichte zeigt der Film auch die üblen und unlogischen Reaktionen gegenüber der Lehrerin, die vielen Menschen in solchen Situationen bei der Bewältigung ihrer Traumata auch in der Realität helfen. Leider bleibt aber bei der Aufklärung, wie sich alles ereignet hat, einiges merkwürdig und unerklärt.
Ein Glanzpunkt des Films ist zweifellos die schauspielerische Leistung. Julia Garner, Nichte des unvergessenen Rockford-Schauspielers James Garner, die durch den Film The Assistant über einen Weinstein-mässigen Produzenten bekannt wurde und gerade auch als Silver Surfer in The Fantastic Four: First Steps im Kino zu sehen ist, gibt ihre Rolle sehr überzeugend. Josh Brolin (Vater Mr.Graff) ist mittlerweile aus Filmen nicht mehr wegzudenken. Gefühlt ständig im Kino zu sehen, von den Avengers-Filmen, über Dune1 & 2 oder Sicario bis zu No Country For Old Men der Coen- Brothers, spielt auch hier überzeugend wie immer. Besonders zu erwähnen ist aber Amy Madigan als Tante. Die Schauspielerin, vor allem aus Achtziger Jahre-Filmen wie Strassen in Flammen oder Allein mit Onkel Buck bekannt, taucht seit einigen Jahren immer wieder in Horrorfilmen wie Antlers auf. Hier scheint sie nun ihrem Ehemann Ed Harris nachzueifern. Der spielte einen Superbösen mit langer Haarmähne in Love Lies Bleeding, sie nun mit schrägen Perücken einen besonderen Fiesling.
Der Film ist nicht der grosse Wurf wie Barbarian, aber trotz kleiner Schwächen solide, spannende Unterhaltung.
Ab dem 7. August 2025 im Kino in Deutschland.
Harald Ringel
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