Berliner Gentrifizierung: Eine Abschiedsfeier ? Die SDW ist tot … es lebe die SDW !

Eine Mitteilung der SDW

DIE SIEBDRUCKWERKSTATT « SDW » IN DER PFLÜGERSTRAßE 11 GEHT!
SOLIDARITÄT DER WOHNMIETER*INNEN BLEIBT!
Der Kollektivbetrieb SDW (http://www.sdw-neukoelln.de/ , https://www.facebook.com/SiebdruckwerkstattScreenptinting/) wird Ende Juli seine Räumlichkeiten in der Pflügerstraße 11 verlassen. Ihrm wurde wie folgt gekündigt: Eine 6-monatige Frist für die Vertragsverlängerung durch ein Optionsrecht wurde den Betreibern per Brief fälschlicherweise als zehnmonatige Frist mitgeteilt, die Verlängerung wurde so zu spät beantragt. Die Eigentümer ließen danach nicht mit sich verhandeln. Da nun ein Ausweichraum gefunden wurde, und der Betrieb der Werkstatt aufrechterhalten bleiben soll, zieht sie im August um.
Die SDW ist eine offene Werkstatt, in der jede*r gegen eine Tagesgebühr von 15 Euro Motive siebdrucken kann. Farben und Materialien können mitgebracht, oder in der Werkstatt erworben oder geliehen werden. Die Betreuer*innen, die dabei unterstützen, arbeiten ehrenamtlich. Zwei Personen aus dem Kollektiv haben geringfügig bezahlte Stellen zur Bearbeitung der administrativen Tätigkeiten, eine davon ist schwerbehindert.
Die Aktiven um die SDW haben in der Vergangenheit das Projekt Made in Neukölln entwickelt, das die vielen kleinen Mode-Handwerke, die es im Kiez gab, sozialverträglich und gemeinwohlorientiert miteinander vernetzen sollte. Die Kooperation mit der Rütlischule zur Entwickung der Schülerfirma Rütliwear ist im Rahmen dieses Projekts entstanden.
Die SDW ist tief im Reuterkiez verwurzelt, und veranstaltet seit 2007 das selbstorganisierte Nachbarschafts-Fest « Fett de la Musique ». Sie wird uns fehlen, und im Übrigen verschärft jede erfolgreiche Verdrängung die Situation für diejenigen, die (noch) hier wohnen bleiben können.
Aktive der neuköllner Kiezversammlung und Nachbar*innen der SDW wollen die Siebdruckwerkstatt verabschieden, mit einer offenen Veranstaltung für den Kiez rund um die Pflügerstraße. Der Abschied der SDW soll Anlass dafür werden, dass Nachbar*innen zusammen kommen, sich kennenlernen und austauschen – Solidarität beginnt mit dem direkten Kontakt. Es soll auch um die besondere Geschichte der SDW gehen, und auch um deren freiwerdende Räume: Braucht der Reuterkiez noch eine weitere Gastro oder Boutique, oder stattdessen einen offenen Produktionsraum für innovative und soziale Projekte? Soll der Eigentümer mit der Lücke, die die SDW hinterlässt, machen, was er will, oder haben wir, die Stadtgesellschaft, da noch ein Wörtchen mitzureden?
Am Montag, den 29. Mai laden wir um 18 Uhr zu einem ersten Diskussions- und Planungstreffen in die SDW, Pflügerstraße 11 ein. Dieser Termin ist für all diejenigen, die sich in die Organisation der Veranstaltung einbringen wollen.
Kontakt für Rückmeldungen: vernetzung@kiezversammlung44.de
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