j:mag

lifestyle & responsible citizenship

Auteur : Dieter Wieczorek

Cinéma / KinoCulture / KulturMostra 2026

Mostra 2026 – Venice Open ausser Konkurrenz : The Pervert’s Guide to Utopias von Sophie Fiennes

Slavoj Žižek virulente Reflexionen, stimuliert von einer Best-of-Auswahl der Filmkultur, stehen im Zentrum des in der 83. Biennale Venedigs präsentierten Werks The Pervert’s Guide to Utopias. Es ist der dritte und letzte Teil der Trilogie Sophie Fiennes, die bereits 2006 mit The Pervers Guide to Cinema begann, gefolgt  2012 von The Pervers Guide to Ideology.
Für den Philosophen und Psychoanalytiker Slavoj Žižek sind Filme Fragmente, Kondensationen und Infragestellungen unserer Wirklichkeitserfassung. Daher würde er Aliens, die menschliche Zivilisation verstehen wollen, nicht raten, sich einfach umzuschauen, sondern sich ein Set von Filmen anzuschauen, die unsere Interpretation von Wirklichkeit kristallisieren. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / KulturMostra 2026

Naza: Töten als Videospiel – Die Auslöschung Gazas und weiterer Zonen

Internationale Kreise wussten von der Lüge seit Jahrzehnten. Aber in der öffentlichen politischen Debatte ist es bis heute noch möglich, zu behaupten, dass es sich bei allen Zivilisten, Kinder und Frauen, die bei den Militäranschlägen der israelischen Luftwaffenangriffe und Bodenoffensiven getötet wurden, um bedauerliche kollaterale Opfer handelt. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / KulturLocarno 2026

Locarno 2026 – Semaine de la Critique: Concrete Land von Asmahan Bkerat berichtet vom Leben der andauernd vertriebenen Opfer der israelischen Okkupation

Die Palästinenser gehören mit Gewissheit zu den weltweit am meisten leidenden Bevölkerungsgruppen. Aber unter ihnen lebt eine Minorität, deren Schicksal noch heftigeren Angriffen ausgesetzt ist: die landlosen Beduinen. Die palästinensisch-jordanische Filmemacherin Asmahan Bkerat, die sich bereits als Advokat der sozialen Gerechtigkeit engagierte, brachte ihren 8 Jahren Entstehungszeit in Anspruch nehmenden ersten Feature Dokumentarfilm Concrete Land in die Semaine de la Critique Sektion nach Locarno, nachdem ihr Werk bereits den  Jury Prize for Best MiniDoc beim Sebastopol Documentary Film Festival gewonnen hatte. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / KulturLocarno 2026

Locarno 2026 – Concorso : Ann Orens Film Objet a kondensiert die schmerzhaftesten Momente unseres unfassbaren Alltages

Es gibt Filme mit so vielen internen Schlaufen und Wendungen in jeder Szene überraschen und verblüffen, oder auch schockieren, so dass sich die Suche nach einem Verständnisschlüssel zu einer labyrinthischen Suche entfaltet.  Fremdartig wäre eine untertreibende Beschreibung für das Szenario, das Ann Oren in ihrem im internationalen Wettbewerb Locarnos aufgeführten Werk Objet a anbietet. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Rehearsals For a Revolution – Die Iraner haben es mehrfach versucht

An das Leiden des iranischen Volkes der jüngsten Geschichte in Form eines Dokumentarfilmes zu erinnern ist allein schon deshalb ein kulturell wertvolles Projekt, da zwischen dem Wissen der Fakten und der unmittelbaren Anschauung eine weite Kluft liegt. Auch tut das Regime alles, um die Unterdrückung von Widerstandsbewegungen medientechnisch zu verhindern. Findet sich eine Dokumentation noch zusätzlich realisiert aus der Nahansicht einer Familiengeschichte, angereichert mit Familien- und Archivfotos, Zeitungsartikeln, Tonaufnahmen, YouTube und offiziellen TV-Sequenzen, Briefen und involviert kommentiert, gewinnt das Werk eine spektrale Tiefe. Dies sah auch die Jury des Dokumentarfilms in Cannes aktuellem Festival, die Pegah Ahangaranis Rehearsals For a Revolution, ihr erster Feature Dokumentarfilm, mit ihrem Hauptries L’Œil d’or ehrte. Das Karlovy Vary International Film Festival gab seinem Publikum nun die Chance, das komplexe Werk zu entdecken. (..)

Read More
Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Fruit Gathering von Aung Phyoe erhält den Crystal Globe für den besten Film

Der erste Langfilm Fruit Gathering (Thit-thee Khu) des myanmarischen Filmemachers Aung Phyoe überzeugte und überraschte nicht nur das Publikum des Internationalen Karlovy Vary Festivals, sondern auch die professionelle Jury, die hier ihren Hauptpreis vergab. Der Film offeriert eine fragile Freundschaft zwischen zwei jungen Frauen und zugleich einen differenzierten Einblick in die soziale Lebenswirklichkeit der myanmarischen Kultur. Er unterscheidet sich daher von Anfang an von Werken, die eine eher persönliche und psychologisch orientierte Geschichte auf einen problematischen, meist von Gewalt gezeichneten Hintergrund setzen, etwa ein Kriegsgeschehen, das jedoch nur als Hintergrund fungiert und nicht wirklich elaboriert wird. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Hijamat von Nader Saeivar​​ – Ideologische Religiosität, mentale Manipulation und ihre Opfer

Bereits die erste Szene führt uns in die Mitte einer muslimischen Gemeinde in Berlin. In einem grossen Festsaal proklamiert der Imam die Beschneidung als „natürliche Notwendigkeit“. Für seine Rede erhält er Applaus. Wenige Augenblicke später wird am selben Ort ein junger Mann tätlich von einer Männergruppe angegriffen, der als Homosexueller geoutet wurde. Diffamierende Fotos zirkulieren im Internet. Dieser junge Mann namens Kerem (Empathie evozierend: Jael Cem Ilhan) ist der jüngere Bruder von Murad (dynamisch stark: Kida Khodr Ramadan), der herbeieilt, um ihn zu schützen. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: The Guest (Gæsten) von Mads Mengel – Schuld und Sühne im bourgeoisen Kontext

Vibeke (grossartig komplex dargeboten von Trine Dyrholm) ist eine selbstbewusste Frau. Anpassungsfähigkeit und Wohlverhalten waren nie ihre Stärke. Sie war gewiss keine ideale Mutter, um es vorsichtig auszudrücken. Bis zu dem Grade, dass ihr Sohn Karl in panischen Schrecken gerät, als sie unangemeldet zur Tauffeier seines ersten Sohnes erscheint. Er versucht alles, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Vor allem sorgt er sich um die kontrollierte Einnahme der Medikamente seiner Mutter. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: If Pigeons Turned to Gold von Pepa Lubojacki – Die tödlichen Spiralen des Alkoholismus

Bereits zu Anfang ihres Dokumentarfilms If Pigeons Turned to Gold deklariert die in Prag lebende Regisseurin Pepa Lubojacki,  dass nur absolute Aufrichtigkeit ihr das Recht gebe, dieses Werk zu realisieren. Sie fügt hinzu, dass sie sich ihr Leben lang beschämt gefühlt habe. In der Tat dringt ihr Film intensiv ein in eine höchst problematische Familiengeschichte, die sie aus nächster Nähe beobachtet. So konnte dieses vielleicht beeindruckendste Werk zum Thema Alkoholismus entstehen. Nach seiner Weltpremiere auf der Berlinale, wo der Film den Caligari-Preis der Dokumentarfilmsektion zugesprochen wurde, kam das Werk nun auf dem Karlovy Vary Film Festival erneut zur Aufführung. (…)

Read More
Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Morten von Ivan Pavljutskov – Das Internationale Film Festival Karloyy Vary weltpremiert ein komplexes Coming-of-Age-Drama

Morten ist ein scheuer, unsicherer Jugendlicher, der in einem abgeschiedenen Landhaus mit seinem alkoholabhängigen Onkel und seiner oft abwesenden Mutter lebt. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, seine Mutter gelang es kaum, sich hinreichend um ihn zu kümmern. Seine einzigen sozialen Kontakte sind seine Mitschüler. In diesem hierarchisierten Milieu jedoch herrschen strenge Regeln der Anerkennung. (…)

Read More