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Karlovy Vary

Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Rehearsals For a Revolution – Die Iraner haben es mehrfach versucht

An das Leiden des iranischen Volkes der jüngsten Geschichte in Form eines Dokumentarfilmes zu erinnern ist allein schon deshalb ein kulturell wertvolles Projekt, da zwischen dem Wissen der Fakten und der unmittelbaren Anschauung eine weite Kluft liegt. Auch tut das Regime alles, um die Unterdrückung von Widerstandsbewegungen medientechnisch zu verhindern. Findet sich eine Dokumentation noch zusätzlich realisiert aus der Nahansicht einer Familiengeschichte, angereichert mit Familien- und Archivfotos, Zeitungsartikeln, Tonaufnahmen, YouTube und offiziellen TV-Sequenzen, Briefen und involviert kommentiert, gewinnt das Werk eine spektrale Tiefe. Dies sah auch die Jury des Dokumentarfilms in Cannes aktuellem Festival, die Pegah Ahangaranis Rehearsals For a Revolution, ihr erster Feature Dokumentarfilm, mit ihrem Hauptries L’Œil d’or ehrte. Das Karlovy Vary International Film Festival gab seinem Publikum nun die Chance, das komplexe Werk zu entdecken. (..)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Hijamat von Nader Saeivar​​ – Ideologische Religiosität, mentale Manipulation und ihre Opfer

Bereits die erste Szene führt uns in die Mitte einer muslimischen Gemeinde in Berlin. In einem grossen Festsaal proklamiert der Imam die Beschneidung als „natürliche Notwendigkeit“. Für seine Rede erhält er Applaus. Wenige Augenblicke später wird am selben Ort ein junger Mann tätlich von einer Männergruppe angegriffen, der als Homosexueller geoutet wurde. Diffamierende Fotos zirkulieren im Internet. Dieser junge Mann namens Kerem (Empathie evozierend: Jael Cem Ilhan) ist der jüngere Bruder von Murad (dynamisch stark: Kida Khodr Ramadan), der herbeieilt, um ihn zu schützen. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: The Guest (Gæsten) von Mads Mengel – Schuld und Sühne im bourgeoisen Kontext

Vibeke (grossartig komplex dargeboten von Trine Dyrholm) ist eine selbstbewusste Frau. Anpassungsfähigkeit und Wohlverhalten waren nie ihre Stärke. Sie war gewiss keine ideale Mutter, um es vorsichtig auszudrücken. Bis zu dem Grade, dass ihr Sohn Karl in panischen Schrecken gerät, als sie unangemeldet zur Tauffeier seines ersten Sohnes erscheint. Er versucht alles, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Vor allem sorgt er sich um die kontrollierte Einnahme der Medikamente seiner Mutter. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: If Pigeons Turned to Gold von Pepa Lubojacki – Die tödlichen Spiralen des Alkoholismus

Bereits zu Anfang ihres Dokumentarfilms If Pigeons Turned to Gold deklariert die in Prag lebende Regisseurin Pepa Lubojacki,  dass nur absolute Aufrichtigkeit ihr das Recht gebe, dieses Werk zu realisieren. Sie fügt hinzu, dass sie sich ihr Leben lang beschämt gefühlt habe. In der Tat dringt ihr Film intensiv ein in eine höchst problematische Familiengeschichte, die sie aus nächster Nähe beobachtet. So konnte dieses vielleicht beeindruckendste Werk zum Thema Alkoholismus entstehen. Nach seiner Weltpremiere auf der Berlinale, wo der Film den Caligari-Preis der Dokumentarfilmsektion zugesprochen wurde, kam das Werk nun auf dem Karlovy Vary Film Festival erneut zur Aufführung. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2026: Morten von Ivan Pavljutskov – Das Internationale Film Festival Karloyy Vary weltpremiert ein komplexes Coming-of-Age-Drama

Morten ist ein scheuer, unsicherer Jugendlicher, der in einem abgeschiedenen Landhaus mit seinem alkoholabhängigen Onkel und seiner oft abwesenden Mutter lebt. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, seine Mutter gelang es kaum, sich hinreichend um ihn zu kümmern. Seine einzigen sozialen Kontakte sind seine Mitschüler. In diesem hierarchisierten Milieu jedoch herrschen strenge Regeln der Anerkennung. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2025: Les Enfants vont bien (Out of Love) von Nathan Ambrosioni – Das Aufbrechen eines emotionalen Vakuums

Entfremdungsprozesse vollziehen sich oftmals langsam, unscheinbar und unbemerkt. Das war auch der Fall bei den Schwestern Suzanne (Juliette Armanet) und Jeanne (Camille Cottin), die in einer Familie aufwuchsen, in der Herz- und Sinnlichkeit seitens ihrer Eltern nicht gerade grosszügig verteilt wurden. In dem Szenarium einer abwesenden Mutter und eines emotional distanzierten Vaters gab es keine wirklich auffälligen Zwischenfälle, Gewaltausbrüche oder aus nur elaborierten Spannungen. Vielmehr verging die Zeit in einer Art emotionalem Vakuum. Suzanne schien später ein normiertes Leben zu führen und wurde Mutter von zwei Kindern. Jeanne zog eine Einzelkarriere vor. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2025 : Put Your Soul on Your Hand and Walk von Sepideh Farsi – Der Tod einer Journalistin im Rampenlicht

Bereits bevor die diesjährige Edition des Cannes Film Festivals begann, startete der Medientumult aus aktuellem Anlass um den Dokumentarfilm Put Your Soul on Your Hand and Walk der iranischen Dokumentarfilmerin Sepideh Farsi. Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive nach der Hamas-Attacke starben in Palästina mehr als 60.000 Todesopfer, darunter über 200 Journalisten. Die 25-jährige Photojournalistin Fatma Hassona ist eine unter ihnen. Ihre letzten Monate dokumentierte im Online-Dialog die iranische Filmemacherin Sepideh Farsi. Dieses beeindruckende Porträt kam nun nach Karlovy Vary. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2025: About a Hero von Piotr Winiwicz – Werner Herzogs Provokation

Werner Herzogs Statement „A computer will not make a film good as mine in 4500 years“ ist die provokante Wette, auf die der polnische Filmmaker Piotr Winiwicz in About a Hero sogleich reagierte und begann, ein KI-Programm namens Kasper mit Patterns aus Werner Herzogs Filmen zu füttern und ein Skript anzufragen. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Vary 2025 – 120 000 Vermisste des kolumbianischen Bürgerkrieges appellieren an die mögliche Einheit der Nation

In seinem komplexen filmischen Essay in Form eines seines hybriden Dokumentarfilmes kehrt der kolumbianische Regisseur Federico Atehortúa Arteaga erneut zurück zur Interferenz zwischen Kolumbiens politischen Geschichte und des Filmmediums. Bereist in Pirotecnia (auch: Mute Fire) (2019) verfolge er die Entstehung einer nationalen kollektiven Identität durch mediale Mitteln seit den Anfängen des letzten Jahrhunderts. Dort thematisiert er ebenso den Gebrauch von gefälschten Bildern, die von der Armee getötete Jugendliche als Guerillakämpfer verkleidet zeigen, um einen scheinbaren Sieg im bewaffneten Konflikt vorzutäuschen. Im aktuellen in Karlovy Varys Internationalen Film Festival im Proxima Wettbewerb gezeigten Werk Forensics (Forenses) wird die Geschichte Kolumbiens erneut erzählt, diesmal fokussiert auf die etwa 120 000 Vermissten, Opfer zumeist des zivilen Krieges zwischen der Armee und den FARC. (…)

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Cinéma / KinoCulture / Kultur

Karlovy Varys Hauptpreis 2025 geht an ein das Aussenseitertum zelebrierendes Werk – Better Go Mad in the Wild

Bereits die erste Einstellung verblüfft. Ein graubärtiger Mann steht in einer sehr hohen Baumkrone und deklariert einen Text, der sein Leben und seinen Tod auf unserer Erde affirmiert. Sofort werden wir Zeuge eines nicht nur alternativen, sondern wirklich aussergewöhnlichen Lebens eines Zwillingsbrüderpaares fortgeschrittenen Alters. František und Ondrej Klišík, die ihre Geburtslandschaft Šumava, ein Naturschutzgebiet im Böhmerwald im Südwesten Tschechiens, nie verlassen haben. Sie verbrachten ihr Leben in einem kleinen Landhaus ohne Heizung, zusammen mit ihren Haus- und Nutztieren, die alle ihren Eigennamen haben. (…)

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